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Vorstellungen

Block 12

Die Saison 2007/2008 neigte sich so langsam ihrem Ende entgegen und im tot geglaubten Fürth war allmählich wieder ein Hauch von Fankultur zu verspüren. Von Spiel zu Spiel wuchs der Anteil an Jugendlichen, die sich um den damals personell noch sehr kleinen aktiven Haufen herum positionierten und langsam aber sicher wieder Leben in den bis dato toten Ronhof brachten.

All dies geschah noch immer im großen "Supporters Block", der noch aus Zeiten der Ultras Fürth stammte und damals den kompletten Block drei bezeichnete, welcher nach außen hin als Stimmungsherd der Nordtribüne propagiert werden sollte. Das Fassungsvermögen von knapp 1500 Plätzen war letztendlich resümierend gesehen ein Vielfaches zu groß für Fürther Verhältnisse, denn eine Änderung war kaum zu spüren. Noch immer standen Familienväter mit ihren Kindern mitten im Block, was ihnen auf Grund der guten Sicht direkt hinter dem Tor auch niemand verübeln konnte. Ebenso war die Außendarstellung des Blockes als reines Sammelbecken für supportwillige Personen eher mangelhaft. Anfänglich wurde zwar jede Person, die sich an den Tageskassen eine Karte für den Block kaufen wollte auf den Hintergrund und die mögliche Sichtbehinderung hingewiesen, was von Zeit zu Zeit allerdings immer weniger und letztlich kaum mehr stattfand.

Es war also an der Zeit, ein neues Projekt in Angriff zu nehmen, um diesem Zustand entgegen zu wirken. Nachdem von unserer Gruppe ein Konzept ausgearbeitet wurde, wurde dieses dem Verein vorgestellt, welcher überraschenderweise sichtlich angetan war und uns vollste Unterstützung bei der Umsetzung der Idee zusicherte.
Der erste Schritt sah die Teilung des ehemals großen Block 3 in zwei Teile vor. Während der rechte Teil weiterhin im offenen Verkauf verkauft wird, sind die Karten den neu erschaffenen "Block 12" nun nur noch über die Szene erhältlich.

Im Zuge des Montierens des neuen Daches über der Nordtribüne wurde auch die bauliche Trennung von Block 12 vorgenommen, um so einen separaten Eingang zu schaffen. Nachdem bereits in den Wochen vor Saisonende über das neue Projekt aufgeklärt und die ersten Dauerkartenanträge verteilt wurden, trudelten diese allesamt in der Sommerpause ein und die Spannung auf die Zahl derer, die sich für den Kauf einer Karte entschieden hatten, stieg. Letztendlich waren es dann knapp 170 Personen, ein fürs erste akzeptables Resultat. Die Wochen bis zum Start der neuen Spielzeit vergingen wie im Flug und so kam es dann beim Flutlichtspiel gegen den FC Sankt Pauli zur Premiere von Block 12. Nach einer kleinen, nett anzusehenden, Konfettiaktion startete der Support und nicht wenige waren begeistert, was nach nur einem Jahr in Fürth wieder aufgebaut worden war. In den Wochen und Monaten danach verstimmten auch die ehemaligen Kritiker von Block 12 so langsam und von vielen Seiten bekam man Lob zugesprochen. Natürlich war aber nicht alles Gold, was glänzte. Noch immer standen viel zu viele Personen im Block, welche nur still konsumierten und das Spiel schauten. Von Zeit zu Zeit fand hier zwar eine stückweise "Selbstreinigung" des Blockes statt, das Problem ist aber auch zum heutigen Zeitpunkt noch immer ein aktuelles, an dem es hart zu arbeiten gilt.

Nachdem also die Grundlagen für eine gute Zukunft gelegt waren, sollte es nun Stück für Stück an die Verfeinerung des Supports gehen. Mit einigen schönen Eigenkreationen konnte das Liedgut des Blockes enorm aufgewertet werden, wenn gleich hier auch erwähnt werden muss, dass sich auch einige Lieder nicht wirklich etablieren konnten und somit mittlerweile aus dem Repertoire gestrichen wurden. Auch das optische Erscheinungsbild verbesserte sich in der folgenden Zeit stetig, was sich neben der steigenden Anzahl an Fahnen und Doppelhalter in den verschiedensten Größen auch in einigen kleinen und großen optischen Aktionen äußerte. Höhepunkt ganz klar natürlich die Choreografie zum Derby gegen den 1. FC Nürnberg, welche die bislang größte seit Bestehen von Block 12 war.

Für die Saison 2009/2010 wurden nun über 250 Dauerkarten verkauft und die steigende Anzahl an Jugendlichen, die sich jede Woche versammeln, um für ihren Verein am Rad zu drehen, stimmt uns optimistisch für die Zukunft. Nun, im zweiten Jahr von Block 12 ist es an der Zeit, ein kleines Resümee über das bislang Geschehene zu ziehen. Vergleicht man die Bilder der ersten Saison nach der Gründung von Horidos mit dem Status Quo, so kann man durchaus stolz auf das bislang Erreichte sein. Analog zur Weiterentwicklung unserer Gruppe entwickelte sich auch Block 12 als Schaffensraum immer weiter fort. Stück für Stück wurde der Block nach unseren Vorstellungen gestaltet, was nicht immer leicht war. In vielen Köpfen herrschte und herrscht eine andere Vorstellung von Support vor als diese, die wir vertreten. Dies äußert sich oftmals in der Tatsache, dass die Neukreationen an Liedern meist lautstärketechnisch nicht an die alten "Gassenhauer" rankommen oder der Einsatz von optischen Hilfsmitteln wie Fahnen als zu exzessiv abgestempelt wird. Leider ist auch die Intensität des Supports noch nicht optimal, da an vielen Stellen im Block nur leise vor sich hingesungen wird. Wenn es aber gelingt, diesen Leuten zu vermitteln, dass es normal ist, nach dem Spiel völlig kaputt und nass geschwitzt den Block zu verlassen und am nächsten Tag keine Stimme mehr zu haben, dann haben wir wieder einen Teil unserer Philosophie weitergegeben.

Dass bei einer solchen Gemeinschaft natürlich gewisse Regeln unabdingbar sind, ist selbsterklärend. Solltest du also mit Gedanken spielen, auch ein Teil von Block 12 zu werden, sollten die untenstehenden Punkte für dich selbstverständlich sein.

Grundlegend sollte natürlich die Bereitschaft sein, 90 Minuten (und mehr) am Rad zu drehen und alles für die weiß-grünen Farben zu geben, da der Block rein aus diesem Grund geschaffen wurde. Also, come in and sing proud!

Jede Art der Diskriminierung gehört ins Abseits. Block 12 besteht aus Menschen verschiedenster Herkunft, Geschlecht und Religion, die sich alle der Unterstützung der Spielvereinigung verschrieben haben. Jede/-r Einzelne ist ein Teil des Ganzen und wird von uns akzeptiert. Wir tolerieren weder die Beschimpfung des "Negers" vom Gegner, noch des Schiedsrichters als „schwule Sau“. Nehmt diese Kraft lieber her, um mit ganzem Herzen fürs Kleeblatt zu singen.

Ein in den vergangenen Jahren in Deutschland leider vermehrt auftauchendes Phänomen ist das Filmen im Block mit dem eigenen Fotohandy. Auch das hat in Block 12 nichts verloren. Neben der Tatsache, dass solch verwackelte Handyvideos nicht zum Rumprahlen vor Freunden geeignet sind und diese, sofern sie bei YouTube hochgeladen werden, eher ein schlechtes Licht auf die Szene werfen, dürften auch die wenigsten Leute Freude daran haben, irgendwo im Internet aufzutauchen. Außerdem hindert dich ein Handy in der Hand nur am Abgehen. Deshalb, Handy in die Tasche und Hände in die Höhe!

"Fahne runter, ich seh nichts!" Auch solche Aussagen waren einer der Gründe, Block 12 zu schaffen. Die leidigen Diskussionen, wann wir eine Fahne schwenken dürfen und wann wir es zu sein lassen haben, haben extrem abgenommen und sind eigentlich kaum mehr ein Diskussionspunkt. Wenn du dir also eine Karte für den Block sicherst, nimmst du auch in Kauf, womöglich nicht jede Sekunde des Spiels zu sehen. Genauso ist es natürlich wünschenswert, wenn du auch selbst aktiv partizipierst und die weiß-grüne Fahne in der Luft wehen lässt.

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